Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerk als Mieter: Was erlaubt ist und wie Sie es richtig machen

Balkonkraftwerk als Mieter: Was erlaubt ist und wie Sie es richtig machen

Mit einem Balkonkraftwerk erzeugen Sie Ihren eigenen Strom und sparen bei der Stromrechnung, auch in einer Mietwohnung. Bevor Sie Solarmodule auf den Balkon stellen, sollten Sie aber ein paar Regeln kennen.

Was ist ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Solaranlage, meist ein oder zwei Module mit Wechselrichter. Sie wird einfach an eine Steckdose angeschlossen. Der Strom fließt direkt in Ihre Wohnung und senkt Ihren Verbrauch aus dem Netz.

Wie groß darf die Anlage sein?
In Österreich höchstens 800 Watt Wechselrichterleistung. Die Module selbst dürfen etwas mehr Leistung haben, üblich sind 900 bis 1.100 Watt-Peak.

Brauche ich die Zustimmung meines Vermieters?
In der Regel ja. Wird die Anlage am Geländer oder an der Fassade befestigt, ist das eine Veränderung am Haus. Anders als in Deutschland haben Mieter in Österreich derzeit kein gesetzliches Recht auf ein Balkonkraftwerk. Sagt der Vermieter nein, können Sie es nicht erzwingen. Ohne Zustimmung drohen Rückbau, eine Unterlassungsklage oder im schlimmsten Fall die Kündigung.

So bekommen Sie leichter ein Ja:

  • Fragen Sie schriftlich und beschreiben Sie Anlage, Größe und Befestigung.
  • Stellen Sie die Module auf, statt zu bohren, oder verwenden Sie Halterungen ohne Bohrungen.
  • Sagen Sie zu, die Anlage beim Auszug zu entfernen und alles in den ursprünglichen Zustand zu bringen.
  • Legen Sie einen Versicherungsnachweis bei, zum Beispiel Ihrer Haushaltsversicherung.

Wichtig bei einer Eigentumswohnung: Ist Ihre Mietwohnung eine Eigentumswohnung, muss zuerst Ihr Vermieter zustimmen. Danach informiert er die anderen Eigentümer. Widerspricht niemand innerhalb von zwei Monaten, ist die Anlage erlaubt.

Anmeldung
Eine Genehmigung brauchen Sie nicht, aber eine Meldung beim Netzbetreiber, spätestens zwei Wochen vor der Inbetriebnahme. Das geht meist online. Falls nötig, tauscht der Netzbetreiber Ihren Zähler gegen einen Smart Meter.

Anschluss und Sicherheit

  • Schließen Sie die Anlage direkt an eine geeignete Steckdose an, ohne Verlängerungskabel oder Mehrfachstecker.
  • Kaufen Sie nur Geräte mit CE-Kennzeichnung.
  • Lassen Sie in Altbauten die Leitung von einem Elektriker prüfen.

Kosten und Ersparnis

  • Anschaffung: rund 300 bis 800 Euro für ein Set mit 800 Watt
  • Umsatzsteuer: Seit 2026 fallen wieder 20 % an.
  • Förderung: In manchen Bundesländern und Gemeinden gibt es Zuschüsse. Fragen Sie vor dem Kauf nach.
  • Ersparnis: etwa 100 bis 170 Euro pro Jahr, je nach Lage und Ausrichtung
  • Einspeisung: Für Strom, den Sie ins Netz einspeisen, gibt es praktisch keine Vergütung. Es lohnt sich also vor allem, den Strom selbst zu verbrauchen.

Ein Balkonkraftwerk rechnet sich so meist nach drei bis sechs Jahren.

Checkliste

  1. Vermieter schriftlich um Zustimmung bitten
  2. Anlage bis 800 Watt mit CE-Kennzeichnung kaufen
  3. Ohne Bohren montieren, wenn möglich
  4. Beim Netzbetreiber melden
  5. An eine eigene Steckdose anschließen, ohne Verlängerung
  6. Beim Auszug abbauen

Stand: Oktober 2026. Diese Übersicht dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.